Die Vorgespräche für den von April bis Juni 2025 laufenden Sozialen Trainingskurs (STK) begannen im Januar 2025.
Die Vorgespräche dienen dazu, die Eignung der potenziellen Teilnehmer zu überprüfen und mit ihnen die Rahmenbedingungen des Kurses zu klären.
Angemeldet wurden 15 junge Männer, drei davon hatten den STK als Bewährungsauflage.
Bei fünf von Ihnen wurde die Auflage aufgrund eines erhöhten Betreuungsbedarfs in Einzelgespräche umgewandelt und drei wurde in der Vorgesprächsphase aufgrund mangelnder Mitarbeit abgemeldet.
Das Gruppenprogramm begann im April 2025 mit 6 von 7 erwarteten Teilnehmern im Alter von 16 bis 18 Jahren, wovon einer bereits zur zweiten Sitzung nicht mehr erschien.
Bis Juni 2025 fanden neun Gruppentreffen á 2 bis 3 Stunden sowie pro Teilnehmer ein Einzelgespräch statt.
Das erste Gruppentreffen diente, neben der obligatorischen Klärung von organisatorischen Fragen, vor allem dem Kennenlernen der Teilnehmer untereinander. Dazu wurden verschiedene pädagogische Übungen zur Gruppenfindung durchgeführt.
Die Teilnehmer interviewten sich zudem gegenseitig und stellten ihren Partner der Gruppe vor. Auch wurden kurz-, mittel- und langfristigen Ziele und Veränderungswünsche erarbeitet.
Zum Abschluss konnten die jungen Männer ihre Erwartungen an den Sozialen Trainingskurs, aber auch ihre Befürchtungen zum Aus-druck bringen.
In der zweiten Sitzung wurde das erste Mal der Wochenrückblick durchgeführt, mit dem jede der folgenden Gruppensitzungen begann. Die Teilnehmer berichten dabei von wichtigen Ereignissen der vergangenen Woche.
Anschließend folgte der allgemeine Einstieg in das Thema Gewalt. Nachdem verschiedene Situationen individuell bewertet als gewalttätig oder nicht gewalttätig eingeordnet wurden, wurden die Einschätzungen miteinander diskutiert.
Nun erstellte jeder für sich seinen persönlichen Steckbrief, der im Laufe des Trainings ergänzt wurde.
Wie jeder weitere Termin endete auch dieser mit einer Abschlussrunde, in der die Inhalte, aber auch der Ablauf reflektiert sowie mögliche Themenwünsche eruiert wurden.
Das dritte Treffen widmete sich den Fragen „Was macht mich aggressiv? Was tue ich dann? Was tut mir gut?“. Auf Basis der Antworten konnten mit den jungen Männern alternative Handlungsstrategien für konflikt-trächtige Situationen entwickelt werden.
Nachdem in einer Bewegungsübungen Ge-danken zum Thema Gewalt gesammelt wurden, wurde zusammen ein Gewaltbegriff erarbeitet.
In der vierten Sitzung begann die Auseinandersetzung mit den Straftaten der Zugewiesenen. Neben einer Rekonstruktion ging es vor allem um die Frage, wie ein alternatives Szenario ohne Straftat hätte aussehen können und wie die Teilnehmer sich zukünftig in ähnlichen Situationen verhalten würden. Weiterhin wurden mögliche Konsequenzen von Straffälligkeit aus der Täterperspektive erarbeitet.
Ein Rollenspiel zum Umgang mit konfliktreichen Situationen leitete in der Folgewoche die Konfrontation der Teilnehmenden mit den Folgen für Geschädigte von (Gewalt-)Straftaten ein.
Beim siebten Treffen stellte sich Stefan Daube, Jugendkoordinator der Polizei aus dem Haus des Jugendrechts Süd, zum wiederholten Mal den Fragen der Teilnehmer. Diese, die in der Regel ein negatives Bild von der Polizei haben, waren sichtlich positiv überrascht und hatten mehr Fragen als der Rahmen zuließ. Noch später sprachen sie über-aus beeindruckt von dieser Begegnung.
Die achte Sitzung bestand wieder aus einem Rollenspiel, so dass die jungen Männer das im STK gelernte anwenden und weitere Impulse zu friedvollem Verhalten in schwierigen Situationen bekommen konnten.
Jeder für sich schrieb einen symbolischen „Abschiedsbrief an die Gewalt“, um nochmals über seine persönlichen Gründe für ein zu-künftig straffreies Leben zu reflektieren.
Beim letzten Treffen trugen die Jugendlichen diesen Brief am Rednerpult der Gruppe vor. Beim gemeinsamen Kochen und Essen reflektierten wir das Training gemeinsam und diskutierten aktuelle sowie zukünftige Herausforderungen.
In den Sommerferien wird je noch ein Nachgespräch mit den Absolventen stattfinden, um neue Entwicklungen zu besprechen.
Die Vorgesprächsphase für den im Spätsommer2025 geplanten Sozialen Trainingskurs läuft bereits. Hierzu kann noch zugewiesen werden.
Marc Merly und Yvonne Stock
Kurzbericht Sozialer Trainingskurs April bis Juni 2025
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